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Auch Versorgungsansprüche gehören zum gemeinschaftlichen Vermögen

Auch Versorgungsansprüche gehören zum gemeinschaftlichen Vermögen

Wenn sich Ehepartner scheiden lassen wollen, müssen in der Regel nicht nur die beweglichen Dinge, sondern sämtliche Vermögenswerte geteilt werden. Was nicht selten für Verwirrung, Missverständnisse und Ärger sorgt.

Denn zu den Vermögenswerten gehören auch die Vermögensansprüche aus der gesetzlichen und privaten Rentenversicherung.

Gütertrennung betrifft auch Rentenansprüche

Durchschnittlich halten deutsche Ehen im Schnitt fast 15 Monate. Und damit 2 Jahre und zehn Monate länger als noch vor 20 Jahren. Kommt es aber doch zur Scheidung, sind Missverständnisse und Ärger vorprogrammiert. Denn dann heißt es, die Sach- und Vermögenswerte zu teilen, die während einer Ehe angeschafft wurden und sich im Wert entwickelt haben. Dass dazu auch Rentenansprüche gehören, weiß häufig nur der Rechtsanwalt. Doch wenn Versorgungsanrechte, die von den Ehepartnern im Laufe ihrer Ehe erworben wurden, im Zuge des sogenannten Versorgungsausgleichs als gemeinschaftliche Lebensleistung aufgeteilt werden, soll keine Partei benachteiligt werden. Häufig hat nämlich einer der Ehepartner aufgrund von Kindererziehungszeiten auf eine Berufstätigkeit verzichtet.

Auch Vermögen eingetragener Lebenspartnerschaften betroffen

Über die genaue Höhe dieser Ansprüche wird innerhalb des Scheidungsverfahrens vor dem Familiengericht entschieden. Sollte die Ehe jedoch nur drei Jahre oder kürzer Bestand gehabt haben, muß hierfür ein gesonderter Antrag gestellt werden. Übrigens wird auch bei allen nach 2004 eingetragenen Lebenspartnerschaften im Rahmen des Scheidungsverfahrens ein solcher Versorgungsausgleich durchgeführt. Davon betroffen sind aber nicht nur Renten und Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie aus Riester- und Rürup-Renten, sondern auch Versorgungen aus einem Beamtenverhältnis oder aus der betrieblichen Altersversorgung und einer Lebensversicherung auf Rentenbasis.

Ausnahmen biete Härtefälle und Vereinbarungen

Allerdings werden bestimmte Härtefälle erkannt. So besteht kein Versorgungsausgleich, wenn ein Ehepartner während der Ehe seine Pflicht, zum Familienunterhalt beizutragen, grob verletzt hat oder aber, beispielsweise durch einen Ehevertrag, von vornherein auf einen güterrechtlichen Ausgleich im Scheidungsfall ausgeschlossen wurde. Auch bei gegenseitigem Einverständnis kann während eines Scheidungsverfahrens unter Beachtung bestimmter Formalitäten eine individuelle Vereinbarung getroffen werden, die von der gesetzlichen Aufteilung abweicht.

Weitere Informationen zum Thema bietet die neue Broschüre „Geschiedene: Ausgleich bei der Rente“, die die Deutsche Rentenversicherung Bund als PDF-Download anbietet.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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